Höchste Auszeichnung der Aktion Saubere Hände für mehr Patientensicherheit
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden rund 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Gleichzeitig ließen sich fast 30 Prozent aller Krankenhausinfektionen – darunter auch Infektionen mit multiresistenten Keimen – durch sorgfältige Hygienemaßnahmen vermeiden. Im Klinikalltag gilt Händedesinfektion deshalb als wichtige Maßnahme, um Patientinnen und Patienten wirksam zu schützen. Seit inzwischen zehn Jahren engagieren sich die Rems-Murr-Kliniken in der bundesweiten Händedesinfektions-Kampagne „Aktion Saubere Hände“ und wurden für ihren Einsatz nun bereits das zweite Jahr in Folge mit Gold ausgezeichnet.
Die höchste Auszeichnung der Initiative wird an Einrichtungen vergeben, die besonders strenge Kriterien erfüllen. So muss nachgewiesen werden, dass die Händehygiene fest im Arbeitsalltag verankert ist: als Bestandteil der Einarbeitung, in Schulungen für Nachwuchskräfte oder im jährlichen Fortbildungsprogramm für medizinisches Personal. Ebenso ist sicherzustellen, dass Desinfektionsmittel flächendeckend in den Kliniken verfügbar sind und konsequent genutzt werden. Dazu wird der tatsächliche Verbrauch erfasst und ausgewertet. Auch regelmäßige Aufklärungsarbeit ist eine wichtige Anforderung. An einem jährlichen Aktionstag informieren die Kliniken Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen und Besucher über die Händedesinfektion und werben für deren konsequente Anwendung.
„Händehygiene rettet Patientenleben und erhöht nachweislich die Patientensicherheit“, betont Dr. Torsten Ade, Krankenhaushygieniker der Rems-Murr-Kliniken. „Und mit gerade mal 30 Sekunden Zeiteinsatz ist sie neben einem verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz nicht nur die wichtigste, sondern auch die einfachste Hygienemaßnahme, um Infektionen wirkungsvoll zu vermeiden.“
Hintergrund der Auszeichnung ist die Aktion Saubere Hände
Die Aktion Saubere Hände ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Sie wurde am 1. Januar 2008 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, vom Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ), dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V. ins Leben gerufen. Die Rems-Murr-Kliniken beteiligen sich seit 2016 an der Aktion und haben ihren Qualitätsstandard kontinuierlich gesteigert: Aus dem anfänglichen Bronze-Zertifikat wurde 2022 Silber und 2024 Gold. Derzeit sind die Rems-Murr-Kliniken eine von 12 Kliniken in Baden-Württemberg, die das Gold-Zertifikat erhalten haben. Die Auszeichnung ist zwei Jahre gültig.